Forderungen

Die Elztalbahn-Bürgerinitiative bedankt sich an dieser Stelle schon einmal beim Bürgermeister der Stadt-Waldkirch Herrn Roman Götzmann, insbesondere aber bei den Gemeinderäten Herrn Klaus Detel und Herrn Nikolaus Wernet für die Unterstützung bei den Forderungen bzw. Einwendungen der Elztalbahn-BI unter Punkt 1 (Minimierung elektromagnetischer Felder - Elektrosmog - nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung vom 11.11.2015 Drucksache 547/15) und Punkt 2 (Reduktion von Lärm und Erschütterungen). Schade finden wir, dass die Stadt-Waldkirch nicht die fehlende Alternativen-Prüfung in den Planunterlagen zu zukunftsweisenden Antriebstechniken eingefordert hat. Schade finden wir auch, dass die Stadt-Waldkirch die unsachliche Verknüpfung von Elektrifizierung und Halbstundentakt in den Planunterlagen nicht erkannt hat und dieser anscheinend nur mittels elektrischen Betrieb über Oberleitungen zu erreichen ist. Laut ZRF wäre ein Halbstundentakt jetzt schon, auch ohne eine Elektrifizierung, möglich. Schade finden wir zudem, dass die Stadt-Waldkirch nicht erkannt hat, dass der Halbstundentakt ab Waldkirch und somit das ganze Elektrifizierungs-Projekt abhängig ist von der Funktionssicherheit des BÜ Batzenhäusle. Würde trotz Umbaus des BÜs durch die LKW-Problematik dort eine neuerliche langsam-Fahrstelle entstehen, wäre laut ZRF ein Halbstundentakt ab Waldkirch nicht mehr möglich, da kein zeitlicher Puffer mehr vorhanden ist. In diesem Fall wäre eine Elektrifizierung umsonst erfolgt. Warum der Umbau des BÜ nicht zwingend Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens war, ist für die BI nicht nachvollziehbar. Hoffen wir, dass die Theorie auch in der Praxis funktioniert. Die Elztalbahn-Bürgerinitiative hat auf jeden Fall darauf hingewiesen.
 
Die Immobilienbesitzer und Anwohner haben sich in der Vergangenheit in Kenntnis und Akzeptanz der besonderen Bedingungen an der Bahnlinie niedergelassen und haben dort investiert. Mehrere Generationen haben sich mit den bisherigen Umständen arrangiert. Um auch in Zukunft lebenswert an der Bahn wohnen zu können, sollten sich alle Anwohner mit den geplanten Umbaumaßnahmen beschäftigen, um nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Bürgermeister, Behörden und Bauträger sind in Ausübung ihrer ordnungs-, sicherheits- und gesundheitspolitischen Aufgaben allen Bürgern gegenüber verpflich­tet, gesundheitsgefährdende Emissionsbelastungen so gering wie möglich zu halten und die damit verbundenen Rechte der Bürger, wie z.B. die körperliche Unversehrtheit, zu schützen.
 
  • Elektrosmog: Wir fordern, dass durch eine Elektrifizierung und den aus Bahnstrom entstehenden elektromagnetischen Feldern keine gesundheitsgefährdenden Mehrbelastungen für Anwohner aufgrund veralteter Technik oder auch aufgrund der Gleisnähe entstehen. Auch sollten wissenschaftliche Studien Berücksichtigung finden, welche eine gesundheitsschädliche, krebsfördernde Wirkung elektromagnetischer Felder nahe legen. Deshalb fordern wir zumindest zwingend eine vollständige Umsetzung der Maßnahmen, welche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in der Drucksache 547/15 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung vom 11.November 2015, zur Minimierung elektromagnetischer Felder aus Bahnstrom - Elektrosmog, dem Präsidenten des Bundesrates zur Zustimmung vorgelegt hat. In der Verwaltungsvorschrift wird das Minimierungsgebot nach §4 Absatz 2 der 26. BimSchV konkretisiert. Diese Verwaltungsvorschrift sollte zwingend als Bestandteil des Planfeststellungsverfahren vorgeschrieben werden. Wir sind keinesfalls bereit gesundheitliche Beeinträchtigungen und gesundheitsgefährdende Mehrbelastungen in Kauf zu nehmen, welche von der Deutschen Bundesregierung als solche bereits erkannt und zu deren Reduzierung durch Minimierung dem Deutschen Bundesrat seit dem 11.11.2015 eine gesetzgeberische Vorlage zur Zustimmung vorliegt. Alle in der Verwaltungsvorschrift beschriebenen Möglichkeiten zur Reduzierung von elektromagnetischen Feldern müssen geprüft werden, in die Planung mit einfließen und auf das Maximum ausgeschöpft werden.
  • 7.  Bautechnische Beschreibung der geplanten Anlage. 7.2.1 Erläuterung 50 Hz-Anlagen. Vorgesehen ist, dass bei einer Direkteinspeisung aus dem öffentlichen Niederspannungsnetz Rückströme der Oberleitungen (16,7 Hz) in das öffentliche Netz vermieden werden sollen. Um dies zu erreichen wird die elektrische Energieanlage (50 Hz) im TT-System betrieben. Zur Vermeidung von Rückströmen aus den Oberleitungen (16,7 Hz) in das öffentliche Netz (50 Hz) muss die elektrische Energieanlage (50 Hz) im TN-S Netz betrieben werden. Durch diese spezielle Netzform werden sogenannte vagabundierende Ströme vermieden. Dies trägt erheblich mehr zur Reduzierung der elektrischen und magnetischen Wechselfelder im Gegensatz zum TT-Netz bei. Das TN-S Netz ist die elektromagnetisch verträglichste Netzform.
  • 7.  Bautechnische Beschreibung der geplanten Anlage. 7.1.3 Schutzmaßnahmen / Erdung und Berührungsschutz. Zur Stromrückführung dienen ausschließlich die Fahrschienen. Rückleiterseile zur Rückstromführung sind somit nicht erforderlich. Rückleiterseile werden nur in Teilabschnitten erforderlich, in denen dies zur Minderung elektromagnetischer Beeinflussung von technischen Anlagen Dritter erforderlich wird. Rückleiterseile sollten zwingend innerhalb von Ortschaften und Wohnbereichen montiert werden. Dies geschieht zur Verhinderung von vagabundierenden Rückströmen über die Schienen ins Erdreich. Die Schienen dürfen nicht über das Erdreich geerdet werden sondern direkt bei der Einspeisstelle. Der Strom wird so über einen separaten Leiter ins Netz zurück gespeist. Diese Maßnahme führt zur erheblichen Reduzierung der entstehenden elektrischen und magnetischen Felder in die nah an der Trasse angrenzenden Wohnungen und Häuser. Die Rückleiterseile müssen mit dem geringsten Abstand zu den bestehenden Anlagenteilen montiert werden. Insbesondere zur Stromführenden Leitung. Stromführende Leitungen und Rückleiter müssen verdrillt werden. Diese Maßnahme kann bei Neubau oder Elektrifizierung von Bahnstrecken durchgeführt werden, was hier der Fall ist. Eine Reduzierung der elektrischen, wie auch magnetischen Wechselfelder des Bahnstroms ist hierdurch sehr hoch.
  • 7.  Bautechnische Beschreibung der geplanten Anlage. 7.1. Oberleitungsanlage. Für das durchgehende Hauptgleis der Elztalbahn ist eine OLA (Oberleitungsanlage) der Regelbauart Re 100 geplant. Für das durchgehende Gleis der Elztalbahn muss die Stromversorgung über Bahnstromerdkabel gewährleistet werden. D.h., dass zumindest innerhalb von Ortschaften und Wohngebieten Erdkabel verlegt werden müssen und außerhalb von Wohngebieten und Ortschaften kann die geplante OLA realisiert werden. Das Verlegen von Bahnerdkabel ist die elektromagnetisch am besten geeignete Maßnahme zur Erreichung einer maximalen Feldreduktion von elektrischen und magnetischen Wechselfeldern des Bahnstroms.
  • Abstandsoptimierung. Die größtmögliche Distanz der Leiterseile zu allen maßgeblichen Minimierungsorten muss gewährleistet werden. Mit zunehmendem Abstand der Minimierungsorte zu den Leiterseilen reduzieren sich die elektromagnetischen Felder. Feldverursachende Anlagenteile, wie Verstärkungs- oder Speiseleitungen innerhalb des Betriebsgeländes sollten mit größtmöglicher Distanz zu maßgeblichen Minimierungsorten errichtet werden. Möglich ist zum Beispiel die erhöhte Anbringung und geeignete Ausrichtung von Querträgern.
  • Elektrische Schirmung. Es müssen elektrisch leitfähige Schirmflächen oder Schirmleiter verwendet werden, welche vorzugsweise zwischen den spannungsführenden Leitungsteilen und einem maßgeblichen Minimierungsort eingefügt werden. Dies kann unter anderem mit dem Mitführen eines Erdungsseils erreicht werden. Ein solches Erdungsseil ist zwingend an der gesamten Bahnstrecke zu verwenden.
  • Minimierung der Seilabstände. Die Abstände zwischen den spannungs- und stromführenden Leiterseilen müssen auf das maximal technisch machbare minimiert werden. Durch eine besondere Ausführung der Masten mit geringerem Durchhang kann eine deutliche Verringerung des Abstandes zwischen Leiterseilen und Stromkreisen erreicht werden. Der Aufwand zur Umsetzung ist sehr gering.
  • Stromeinspeisung                                                                                                    Die Stromeinspeisung in die Oberleitung muss in deutlich geringeren Abständen erfolgen.
  • Optimierung Leiteranordnung
  • Die Distanzen zwischen zu- und rückfließenden Strömen müssen durch Einsatz von Auto- Transformatoren minimiert werden. 
  • Die Distanzen zwischen zu- und rückfließenden Strömen müssen durch Einsatz von Booster-Transformatoren ohne Isolierstöße minimiert werden.
  • Die Distanzen zwischen zu- und rückfließenden Strömen müssen durch Installation eines Rückleiterseils ohne Isolierstöße minimiert werden.
  • Der Fahrstrom muss durch zweiseitige Speisung des Streckenabschnitts minimiert wird.
  • Optimierung Mastkopfgeometrie
  • Lärm und Erschütterungen: Wir fordern zwingend, dass die Elektrozüge nicht mehr Lärm und Erschütterungen verursachen als die bisher eingesetzten Dieseltriebwagen. Dazu sollen bei den anstehenden Streckenausschreibungen im Fahrzeuglastenheft Begrenzungen zu Lärmemissionen vorgeschrieben werden, die über die TSI Noise hinausgehen und dazu nachweislich emissionsärmere Konstruktionsmerkmale (z.B. radial einstellbare Radsätze oder Spurkranzschmieranlagen an allen Drehgestellen). Desweiteren fordern wir, dass der Abstell-Lärm verringert wird, z.B. durch lärmreduzierte Lüfteraggregate und Bremsanlagen. Falls dazu Neuzulassungen notwendig werden, soll das Land bei den Herstellern darauf dringen, diese zeitnah vorzunehmen. Diese Forderung haben wir (BI-Elztalbahn, Münstertalbahn, Kaiserstuhlbahn, IG2020) der künftigen Regierungskoalition übermittelt.
  • Bau eines Kreuzungsbahnhofs: Wir fordern zwingend, dass der Kreuzungsbahnhof Gutach außerhalb des Wohngebietes gebaut wird.
  • Alternativen-Prüfung: Wir fordern zwingend, dass ein vorgesehener Betrieb mittels Elektrozügen, welche über Oberleitungen elektrisch versorgt werden, heute nicht mehr Gegenstand von Planungen sein darf, welche auf mindestens 100 Jahre angelegt sind. Wir fordern zwingend eine neuerliche Überprüfung der vorschnellen Elektrifizierung und die Berücksichtigung und Überprüfung von Alternativen zu einer Elektrifizierung von bereits in der Praxis befindlicher moderner oberleitungsfreier Antriebstechniken wie z.B. der Wasserstoffantrieb oder der Hybridantrieb. Kostengünstiger, emissionsfreier, energieeffizienter und somit klimafreundlicher! Da wir als direkte Anwohner mit gesundheitsgefährdenden Mehrbelastungen durch eine Elektrifizierung rechnen müssen, lehnen wir eine Elektrifizierung nach veraltetem technischem Standard ab. Ein elektrischer Betrieb über Oberleitungen ist zwar eine zukunftsfähige Standardlösung, aber keine zukunftsweisende Lösung. Eine Elektrifizierung von Bahnstrecken ist nicht mehr zeitgemäß. Allein wegen der Häufung klimawandelbedingter Oberleitungsausfälle empfehlen wir eine Abkehr vom elektrischen Betrieb. Bereits im Jahre 2012 entsprach der elektrische Schienenverkehr über Oberleitungen nicht mehr dem Stand der künftig präferierten Technik. In der Tendenz soll diese Antriebsform ab dem Jahr 2020 auslaufen und einem neuen oberleitungsfreiem Zeitalter der Weg bereitet werden. Wir fordern die derzeit im Versuchsstadium befindlichen Vorhaben zum Einsatz dezentraler elektrischer Antriebe, schadstoffarm bzw. rußfrei, mit gespeicherter Bremsenergie, leise und klima- bzw. umweltfreundlich, im Schienenverkehr intensiver zu verfolgen und diese Zukunftstechnologie für die Elztalbahn zwingend anzuwenden. So könnten die alten Dieseltriebwagen gegen die Züge mit moderner Antriebstechnik nach und nach ausgetauscht werden. So lässt sich auch eine Fehlinvestition, die Beeinträchtigung der Lebensqualität und Gesundheit der Bahnanwohner, vermeiden. Die hohen Umbaukosten könnten so in eine Flottenerneuerung fließen und den Belangen des Umweltschutzes wäre auch gedient. Auch wäre der öffentliche Nahverkehr durch keine massiven Störungen durch Umbaumaßnahmen betroffen. Dies wäre im Vergleich zu einer Elektrifizierung ein wirklicher Fortschritt.
  • Funktionssicherheit Halbstundentakt: Wir fordern zwingend, dass der Umbau des Bahnübergangs Batzenhäusle in das Planfeststellungsverfahren mit aufgenommen wird, da die Funktionssicherheit des Bahnübergangs die Taktung der Züge nach einer Elektrifizierung garantieren muss. Laut ZRF haben sie keinen zeitlichen Spielraum mehr falls eine neuerliche Langsamfahrstelle durch die LKW-Problematik entsteht. In diesem Fall wäre der Halbstundentakt für Kollnau und Gutach in Gefahr und eine Elektrifizierung umsonst. Falls der Umbau des Bahnübergangs Batzenhäusle nicht in das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der Elztalbahn mit aufgenommen wird, fordern wir zwingend, dass aus den oben genannten Gründen das Planfeststellungsverfahren zum Umbau des Bahnübergangs vor dem Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der Elztalbahn stattfindet bzw. abgeschlossen sein muss.
  • Halbstundentakt und Elektrifizierung: Wir fordern zwingend, dass überprüft wird, ob ein Halbstundentakt durch den Bau eines Ausweichgleises auch ohne eine Elektrifizierung möglich wäre. Hier wird unsachgemäß ein Halbstundentakt mit einer Elektrifizierung verknüpft. Laut ZRF wäre ein Halbstundentakt jetzt schon möglich. Eine Nahverkehrsstrecke wie die Elztalbahn braucht für mehr umweltfreundliches Verkehrsangebot keine Elektrifizierung. 
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis: Wir fordern zwingend, dass unter Berücksichtigung der zu erwartenden gesundheitsgefährdenden Mehrbelastungen der ca. 500 direkten Bahnanwohnerhaushalte der wirtschaftliche Aufwand (Kosten) des Projektes im angemessenen Verhältnis zum Nutzen (Fahrgastzahlen der Stationen Kollnau und Gutach, welche voll vom Halbstundentakt profitieren) des Projektes steht, um gerechtfertigt zu sein.
  • Abstellkonzept: Ein Abstellkonzept muss zwingend betreiberunabhängig planfestgestellt werden. Eine Werkshalle muss zwingend außerhalb des Wohngebietes gebaut werden.