Aktuell

 

Für den Ausbau der Elztalbahn und die Einführung eines durchgängigen Halbstundentaktes bis Elzach und für den Einsatz von klimaneutralen Triebzügen ohne Oberleitung

Gegen eine kostenintensive Elektrifizierung ohne erkennbaren Nutzen und mit zweifelhafter Fahrbarkeit und gegen eine Elektrifizierung ohne vollständige Anwendung des Minimierungsgebots der Bundesregierung

 

OFFENER BRIEF MIT VIELEN OFFENEN FRAGEN:

Wie bei „Stuttgart 21“ werden bei dem Bauvorhaben "Ausbau Elztalbahn 2018_neu" kritische Sachverhalte schöngeredet, Probleme zur Fahrbarkeit geleugnet und das Zugmaterial nicht ausreichend berücksichtigt. Es ist unserer Meinung nach unerlässlich diese elementaren Punkte im Vorfeld sachlich und fachlich versiert zu klären um einen funktionierenden und zuverlässigen Halbstundentakt bis Elzach und für das Elztal sicherzustellen. Wir fordern daher eine eingehende Prüfung des Realisierungskonzeptes.

Link: Offener Brief der IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und Elztalbahn-BI vom 12.05.2018 in regiotrends: https://www.regiotrends.de/de/regiomix/index.news.374869.html

Link: Zeitungsartikel in der Badischen Zeitung/Elztal vom 04.06.18 "Noch viele Fragen offen": https://www.badische-zeitung.de/gutach-im-breisgau/noch-viele-fragen-offen-x3x--153212112.html

LINK: ANTWORT DES VERKEHRSMINISTERIUMS BW vom 14.06.2018 -kommt in Kürze-

 

Liebe Elztäler, liebe Elztalbahnanwohner, liebe Elzacher,

geplant war ursprünglich bzw. angekündigt wurde ursprünglich die Einführung eines durchgängigen Halbstundentaktes bis Elzach durch Ausbau und Elektrifizierung der Elztalbahn. Der Elztalbahn-Bürgerinitiative und zahlreichen Elztalbahn-Anwohnern entsteht allerdings immer mehr der Eindruck als ginge es vielmehr um die Sanierung bzw. Elektrifizierung der Elztalbahn auf Staatskosten unter dem Deckmantel der Einführung eines "sogenannten" Halbstundentaktes. Lediglich von Waldkirch bis Bleibach wird der Halbstundentakt erweitert und bis Elzach nur zu Hauptzeiten an Werktagen. Und ob der bereits existierende Halbstundentakt bis Waldkirch bzw. die Bedienung aller Haltestellen für die gesamte Strecke, allein wegen den nunmehr nur noch 4 zusätzlichen Züge bis Elzach in den Hauptverkehrszeiten, überhaupt aufrechterhalten werden kann bzw. nicht zumindest gefährdet wird, ist ebenso fraglich (Kosten-Nutzen-Analyse 2009/hier wurden noch 12 zusätzliche Züge zugrundegelegt) Weiter ist geplant, bei verschiedenen Fahrten von Elzach nach Freiburg verschiedene Stationen zwischen Denzlingen und Freiburg mehrheitlich (2 der 3 Stationen Gundelfingen, Zähringen und Herdern) nicht mehr zu bedienen. Die BI begrüßt ausdrücklich die Einführung eines Halbstundentaktes, stellt aber die Machbarkeit bzw. Fahrbarkeit bezüglich der prognostizierten Mehrverkehre auf der Rheintalbahn und fehlender, nicht berücksichtigter oder zu kleiner Pufferzeiten (bezüglich zu kurzer Bahnsteige bzw. zu langer Züge und bezüglich  Kreuzungsbahnhof Gutach und Denzlingen) deutlich in Frage. Ein Nutzen mit zweifelhafter Fahrbarkeit steht somit in keinerlei Verhältnis mehr zu den sowieso schon explodierenden Kosten. Die BI erwartet signifikante Auswirkungen auf die Fahrbarkeit. Und somit eine Verringerung der Fahrplanstabilität und Betriebsqualität mit einer Zunahme an Verspätungen und Zugausfällen und somit eine Verschlechterung der Zugverbindungen. Der zugrundeliegende Halbstundentakt bis Elzach wäre regelmäßig nicht fahrbar.

Von einer kaum nenneswerten bzw. offensichtlich zweifelhaften Verbesserung von Zugverbindungen trotz enormer Elektrifizierungskosten ist für die BI somit die Zweckmäßigkeit des Vorhabens (Halbstundentakt) nicht mehr gegeben. Aus diesem Grund haben IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und Elztalbahn-BI gemeinsam eine Petition beim Landtag eingereicht. Weit über 1.000 Personen mit einer unmittelbaren Betroffenheit von 80% haben die Petition unterstützt. Gefordert wurde u.a. der Einsatz von Batterie-, Brennstoffzellen- oder Hybridzügen.

http://www.openpetition.de/!elztalbahn2020

Durch die unsachgemäße Verknüpfung von Halbstundentakt und Elektrifizierung wurden jedoch alternative Antriebe auf der Elztalbahn nie ernsthaft in Erwägung gezogen bzw. überhaupt geprüft. Da Strom im Gegensatz zum Diesel subventioniert wird geht es vermutlich lediglich um 50%ige Kosteneinsparungen. Für die BI ist die Elektrifizierung einer Nebenstrecke wie der Elztalbahn aus volkswirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar. Auch aus Gründen des Klimaschutzes ist ein positiver Effekt eher gering. Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erklärte: „Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich...." Landesverkehrsminister Winfried Hermann sagt zur Elektrifizierung von nahezu 100% der Strecken in Baden-Württemberg der Schwäbischen Zeitung: "Bei einer Elektrifizierung gehe es nicht nur um Oberleitungen. Eine Alternative seien mit Batterie, Brennstoffzellen oder Hybrid betriebene Schienenfahrzeuge." Weiter sagt Verkehrsminister Winfried Hermann laut einer Pressemitteilung des Landesverkehrsministeriums: „Emissionsfreie Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb können eine umweltfreundliche Alternative zu den vorhandenen Dieseltriebzügen im Schienenverkehr sein. Wo der Bau einer Oberleitung zu teuer ist, müssen neue und klimaneutrale Technologien alternativ zum Einsatz kommen können".

Unterdessen wäre z.B. der für eine elektrifizierte Elztalbahn vorgesehene Zugtyp Talent 3 von Bombardier auch als Batterietriebzug Talent 3 "BEMU" für teilelektrifizierte Strecken lieferbar. Der BI stellt sich hier die berechtigte Frage, ob diese Möglichkeit nicht sinnvoller wäre und sachlich überprüft werden sollte. Der "BEMU" würde sich zwischen Freiburg und Denzlingen (Rheintalbahn) an der Oberleitung aufladen und zwischen Denzlingen und Elzach (Elztalbahn) ohne Oberleitung und mit Batterie fahren. Eine kostenintensive Elektrifizierung durch Infrastrukturausbau mit Oberleitungen wäre somit nicht mehr notwendig und eine zeitintensive Umbauphase würde ebenfalls wegfallen. Zudem wären zahlreiche unangekündigte Grundstücksabtretungen für die von vielen Anwohnern stark kritisierte Elektrifizierung und erforderliche Minimierungsmaßnahmen (Elektrosmog) nichtig. Der "BEMU" wäre zeitlich früher einsatzbereit, kostengünstig, energieeffizient, emissionsfrei und somit umwelt- und klimafreundlicher. Klimawandelbedingte Oberleitungsschäden und Betriebsstörungen durch Kollisionen mit der Oberleitung an BÜ wären ausgeschlossen. Eine witterungsanfällige und wartungsintensive Oberleitungstechnik würde entfallen. Ein oberleitungsfreier Schienenverkehr würde zudem den oft verschwiegenen Stromtod von Mensch und Tier vermeiden. Auch in Bezug auf Feinstaub und CO2 wäre der Batteriezug im Gegensatz zu einer technisch veralteten Standard-Elektrifizierung zukunftsweisend, da immerhin noch 58% des Bahnstroms aus klimaschädlichen Atom- und Kohlekraftwerken stammt und somit von fossilen Energieträgern. Eine Abkehr somit nicht erkennbar. Eine stetige Optimierung des ÖPNV in Bezug auf den Klimaschutz bzw. den CO2-Ausstoss ist unserer Meinung nach durch eine Elektrifizierung eher zweifelhaft.

Das seit 2016 betriebene und vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt soll schon ab 2018/19 betriebsbereit sein. Eine elektrifizierte Elztalbahn hingegen wohl frühestens 2021. Eine Anpassung des Ausschreibungsnetzes der Elztalbahn für Batterie-, Brennstoffzellen- bzw. Hybridzüge hält die Elztalbahn-BI für zwingend erforderlich.

In Bezug auf nachhaltige Mobilität erwartet die Elztalbahn-Bürgerinitiative mehr als nur eine volkswirtschaftlich irrsinnige, technisch veraltete Standard-Elektrifizierung einer Nebenstrecke  ohne nennenswerte bzw. zweifelhafte oder möglicherweise gar keine Verbesserungen sondern eine Verschlechterung von Zugverbindungen! 

Wir lassen uns nicht abhängen! Die Zukunft ist greifbar!

https://www.now-gmbh.de/content/1-aktuelles/1-presse/20170221-fachkonferenz-elektromobilitaet-vor-ort/1_14_vonmach_bemu.pdf

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/zugtechnik-ortenau-wird-pilotregion

 

Die Elztalbahn-BI fordert die im Zuge der Offenlegung am 14.02.2018 vom Regierungspräsidiums-Freiburg dem Vorhabenträger (DB Netz AG) auferlegte vollständige Einhaltung des Minimierungsgebots nach § 4 Abs. 2 der 26. BImSchV (26. BImSchVVwV) der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung vom 11.11.2015 (Drucksache 547/15) zur Durchführung der Verordnung über elektromagnetische Felder mit dazugehörigem Bundesrats-Beschluss vom 18.12.2015 für die gesamte Strecke.

Herr Günther Lohr von der DB ProjektBau der DB Netz AG macht beim Erörterungstermin vor Herrn Nikolaus Grünthal vom RP-Freiburg Zusage zu Minimierungsmaßnahmen in Batzenhäusle!