Bahnstrom - Minimierungsgebot


Bahnstrom (elektromagnetische Felder) / Anwendung bzw. Umsetzung des Minimierungsgebots zur Reduzierung

Die elektrifizierte Elztalbahn wird auf einer Frequenz von 16,7Hz und mit einer 15.000 Volt-Oberleitung (15kV) betrieben. Hierbei entstehen extrem niederfrequente elektromagnetische Wechselfelder, auch Elektrosmog genannt. Straßenbahnen und S-Bahnen fahren in der Regel mit 750 Volt Gleichstrom und sind in Bezug auf Elektrosmog eher unbedenklich. Elektrosmog ist eine physikalisch messbare Größe und hat mit Esoterik nichts zu tun.


Die Deutsche Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat am 11.11.2015 die Allgemeine Verwaltungs­vorschrift (26. BImSchVVwV) Drucksache 547/15 über die Anforderungen an das Minimierungsprinzip erlassen und dem Bundesrat zur Zustimmung vorgelegt (Verabschiedet: Frühjahr 2016). Das betrifft u.a. elektromagnetische Felder (EMF) aus Bahnstromanlagen mit 16,7 Hz und 15kV. Die Bundesregierung hat somit die gesundheitsgefährdenden Belastungen aus Bahnstrom, welche auf die Anwohner schädlich einwirken, erkannt und unterbreitet nun technische Minimierungsmöglichkeiten zur Reduzierung der Magnetfelder.


Die Elztalbahn-BI fordert aufgrund der Sondersituation durch gleisnahe Bebauung im Elztal (oft nur wenige Meter) die vollständige Umsetzung des Minimierungsgebots und somit eine Reduzierung der Dauerbelastungen der aus Bahnstrom entstehenden elektromagnetischen Felder. Wir sind keinesfalls bereit, aufgrund gleisnaher Bebauung im Wohngebiet oder veralteter Technik, gesundheitsgefährdende Belastungen in Kauf zu nehmen, welche von der Bundesregierung bereits als solche erkannt wurden. Rückleiter oder Erdkabel würden die Belastung schon um ca. 50% reduzieren. Wir fordern die im Zuge der Offenlegung am 14.02.2018 vom Regierungspräsidiums-Freiburg dem Vorhabenträger (DB Netz AG) auferlegte vollständige Einhaltung des Minimierungsgebots nach § 4 Abs. 2 der 26. BImSchV (26. BImSchVVwV) der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung vom 11.11.2015 (Drucksache 547/15) zur Durchführung der Verordnung über elektromagnetische Felder mit dazugehörigem Bundesrats-Beschluss vom 18.12.2015 für die gesamte Elztalbahn.


Auch die Stadt-Waldkirch als Öffentlicher Träger hat das Minimierungsgebot zum Planfeststellungsverfahren (PFV) eingewendet. An dieser Stelle bedankt sich die Elztalbahn-BI und zahlreiche Anwohner bei der Stadt-Waldkirch.


Dr. Bernhard Kuny, Arzt im Ruhestand, forderte beim Erörterungstermin von der DB Netz AG die vollständige Umsetzung des Minimierungsgebots für elektromagnetische Felder nach Verwaltungsvorschrift 547/15 der 26. Bundesimmisionsschutzverordnung und nicht nach einer Übergangsverordnung, welche die DB Netz AG aufgrund noch fristgemäß eingereichter Unterlagen (unvollständige Planunterlagen eingereicht am 19. Januar 2016 / VwV  Minimierungsgebot verabschiedet am 04. März 2016) für sich in Anspruch nimmt. Da aber die Planunterlagen zum Erörterungstermin am 27. und 28. September 2017 noch nicht vollständig waren (unter anderem wegen der Planunterlagen zum Kreuzungsbahnhof Gutach) und bis heute noch nicht vollständig sind, fordern wir die vollständige Umsetzung des Minimierungsgebots. Die Übergangsverordnung wäre zum Nachteil vieler Anwohner welche in unmittelbarem Abstand von 5 bis 10 m zur geplanten Oberleitung wohnen und somit im unmittelbaren gesundheitlichen Gefährdungsbereich liegen. Herr Grünthal (RP Freiburg) machte beim Erörterungstermin keine Auflagen zur Einhaltung des Minimierungsgebots, fragte aber dennoch Herrn Lohr (DB Netz AG) ob es nicht sinnvoll wäre Minimierungsmaßnahmen in z.B. Batzenhäusle (5m Abstand zur Gleismitte) zu prüfen. Herr Lohr bestätigte beim Erörterungstermin vor Herrn Grünthal, dass insbesondere in Batzenhäusle (z.B. km 5,2) aufgrund der sehr nahen Bebauung zur Gleismitte "Ein gewisser Handlungsbedarf" besteht; „Ja, da werden wir Minimierungsmaßnahmen prüfen müssen. Da sollten wir etwas tun. Besondere Situation, besondere Lösung". Welche Maßnahmen zur Minimierung erfolgen, sollen zeitnah zugesagte Verhandlungen ergeben. In diesem Zusammenhang erwähnte Herr Günter Lohr (DB ProjektBau / DB Netz AG) auch ein Erdkabel.


Messungen des Bahnstroms an der bereits elektrifizierten Münstertalbahn haben folgende zu erwartende Belastungen, nur aus Bahnstrom, ergeben: Eine erste Messung haben wir in Staufen in einem Reihenhaus im Abstand von 10 Metern zur Gleismitte durchgeführt. Hier hatten wir im 95. Perzentil einen Wert von 0,7 Mikrotesla. Eine zweite Messung haben wir in Bad Krozingen in einem Haus im Abstand von 10 Metern zur Gleismitte durchgeführt. Hier hatten wir im 95. Perzentil einen Wert von 0,9 Mikrotesla. Somit ergibt sich ein Mittelwert von = 0,2 - 0,35 Mikrotesla.   

Elztalbahn / Münstertalbahn (65 Züge / 24 Stunden / eingleisig): Anwohner mit einem Hausabstand zur Gleismitte von 10 m werden einer Dauerbelastung von 0,2 - 0,35 µT (Mikrotesla) ausgesetzt sein. Anwohner mit einem Hausabstand zur Gleismitte von 7m werden erheblich höheren Dauerbelastungen ausgesetzt sein. Anwohner im Bereich von Bahnhöfen werden je nach Abstand zur Gleismitte durch Beschleunigen und Abbremsen der Züge doppelt so hohen Dauerbelastungen wie oben angegeben ausgesetzt sein.

Rheintalbahn (290 Züge / 24 Stunden / zweigleisig) Anwohner mit einem Hausabstand zur Trassenmitte von 20-30m (in der Regel) sind Dauerbelastungen von 0,05 µT ausgesetzt.


Der Grenzwert von Bahnstrom liegt in Deutschland bei 300 Mikrotesla. Dieser Immissionsgrenzwert zur Gefahrenabwehr darf kurzzeitige Expositionen von 300 Mikrotesla unter Höchstlast nicht überschreiten. Ab November 2015 gilt ein Minimierungsgebot für neu zu bauende Anlagen. In der Schweiz liegt der Grenzwert bei 1,0 Mikrotesla. Dieser Grenzwert zur Emissionsbegrenzung durch einen Anlagegrenzwert ist ein Vorsorgegrenzwert. Dieser Grenzwert darf 1 Mikrotesla (gemessen innerhalb von 24-Std. als Mittelwert), bei neu installierten Anlagen ab dem Jahr 2000, nicht überschreiten.

Der viel zu hoch angesetzte gesetzliche Grenzwert für Bahnstrom ist auf Kurzzeitexpositionen angelegt. Allerdings sind für die Gesundheit der Anwohner die Dauerbelastungen über einen langen Zeitraum, über Jahre und Jahrzehnte (Langzeitexpositionen) entscheidend und wurden bei der Festlegung des Grenzwertes überhaupt nicht berücksichtigt. Somit ist der gesetzliche Grenzwert obsolet, da die Festlegung des Grenzwertes auf Kurzzeitstudien basiert.

Bei der Grenzwertfestlegung wurden Personengruppen wie Säuglinge, Kleinkinder, Kinder, schwangere Frauen und deren Föten wie auch ältere und kranke Menschen in keinster Weise berücksichtigt. Die Untersuchungen fanden lediglich an gesunden durchschnittlichen Menschen statt.

Laut einer Studie ist das Risiko an Alzheimer oder seniler Demenz zu erkranken bei SBB-Lokführern in Abhängigkeit der beruflichen Magnetfeldexposition bei 15kV / 16,7 Hz statistisch signifikant erhöht.


Der Einwirkungsbereich von Bahnstrom wird von der DB mit 100 m angegeben. Auch in über 1000 m Entfernung zur Bahntrasse sind die elektromagnetischen Felder noch nachweisbar. Sogenannte vagabundierende Rückströme gelangen in die Häuser ganzer Wohnviertel über metallische Wasser-/ Gasleitungen.

Der Einwirkungsbereich einer Anlage wird in der Verwaltungsvorschrift unter Punkt 2.5 klar konkretisiert. Die Anlage darf somit keine signifikanten Felder, welche die natürlichen und mittleren anthropogenen bedingten Immissionen, beziehenden auf elektrischen und magnetischen Felder, in diesem Einwirkungsbereich verursachen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die eindeutige Aussage, dass diese Immissionen unabhängig davon sind, ob durch diese tatsächlich schädliche Umwelteinwirkungen ausgelöst werden. Dies wird auch unter II. 3.1 Einwirkungsbereich von Niederfrequenzanlagen und maßgebliche Immissionsorte im Hinweis zur Durchführung der Verordnung über elektromagnetische Felder mit Beschluss der 54. Amtschefkonferenz in der Fassung des Beschlusses der 128. Sitzung der Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz am 17. und 18. September 2014 in Landshut gefordert.

Für diese Feststellung sind die vorgegebenen Grenzwerte von 300 Mikrotesla eindeutig nicht geeignet, da bereits durch geringere magnetische Wechselfelder gesundheitliche Beschwerden auftreten können. Hierzu wird auf diverse Studien von unabhängigen Instituten hingewiesen. Diese stellen fest, dass bereits bei einer Dauerbelastung von 0,3-0,4 Mikrotesla das Risiko einer Leukämie signifikant steigt, da die Ausschüttung des Hormons Melatonin gehemmt wird, welches unter anderem die Entstehung von Tumoren verhindert. Insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder das Risiko einer Kinderleukämie sogar verdoppelt wird. Die gesundheitlich unbedenklichen Werte liegen unter 0,2 Mikrotesla. Im Schlafbereich werden Werte von 0,02 Mikrotesla empfohlen. Diverse Fachstudien fordern, dass 0,1 Mikrotesla  im häuslichen Bereich nicht überschritten werden sollten. In etwas über 60 Metern Entfernung zu der Oberleitung ist die Strahlung etwa so hoch wie 30 cm neben einem Radiowecker. Was das bei 6m Abstand für Säuglinge oder Kinder bedeutet, welche sich nicht nur vorrübergehend in den Räumen aufhalten, kann man sich unschwer vorstellen. Von Wissenschaftlern wird ein Vorsorgeabstand zur Gleismitte von 30 m angegeben. In Österreich gibt es im Gefahrenbereich Bahnstrom -12 Meter ab Gleismitte- eine Bauverbotszone. Bei neu zu elektrifizierenden Bahnstrecken sollten zudem bei "besonderen Schutzbereichen" wie z.B. Spielplätzen, Kindergärten und Schulen, Mindestabstände eingehalten werden.

Die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben niederfrequente magnetische Wechselfelder aufgrund von epidemiologischen Studien über kindliche Leukämie als „möglicherweise krebserregend“ für den Menschen eingestuft. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat mittlerweile ein mögliches krankmachendes Potential erkannt. Die wissenschaftliche Diskussion gilt nicht als beendet, denn laut Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz) "fehlt ein Unschädlichkeitsbeweis".

Die Deutsche Bahn kann deshalb nicht sagen: "Es bestehe keine Gefahr für den Menschen. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch den Bahnstrom sei nicht zu befürchten, da wir weit unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen“. Warum die Bundesregierung nach der Verwaltungsvorschrift trotzdem Minimierungsprüfungen vorgibt, wenn laut DB keine Gesundheitsgefahr besteht, ist für die BI nicht nachvollziehbar. Bei einer Elektrifizierung nach niedrigstem technischen Standard sind deutlich mehr Bürger von gesundheitsgefährdenden Emissionen betroffen als allgemein vermutet wird. Durch die Verschärfung der Anforderungen in der Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung, fühlen wir uns in unseren Ängsten und Bedenken gegenüber niederfrequenten elektromagnetischen Feldern, welche von den Oberleitungen ausgehen und auf die Bahnanrainer schädlich einwirken, bestätigt.


Empfehlungen: Die schwedische TCO-Richtlinie an Computermonitoren für 0,2 Mikrotesla bei Frequenzen von 5 – 2.000 Hz in 30 cm Abstand wird bei weitem überschritten. Die MPR-Norm an Computermonitoren 0,25 Mikrotesla bei Frequenzen von 5 – 2.000 Hz in 50 cm Abstand wird weit überschritten. Kalifornische Empfehlungen für Neubaugebiete in der Nähe von Hochspannungsleitungen (San Diego County / Costa Mesa City) = 0,2-0,4 Mikrotesla. Schwedische Empfehlungen für Kindergärten und Schulen in der Nähe von Hochspannungsleitungen (oder 80m Mindestabstand) = 0,2 Mikrotesla. Empfehlungen internationaler Wissenschaftler wie Prof. Ross Adey u. Dr. Robert Becker, USA sowie Prof.H.L. König u. Dr. Andras Varga = 0,1 Mikrotesla. Empfehlungen der Hamburger Behörde für Gesundheit, Arbeit und Soziales für Wohngebiete und Kindergärten = ~ 0,05 Mikrotesla. Empfehlungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND für Ruhebereiche = 0,01 Mikrotesla. Nachweis verschiedener biologischer Risiken nach der weltweit größten Studie der US-Umweltbehörde EPA 1996 = 0,2 Mikrotesla.

Wohl wissentlich, dass es sich beim Bahnstrom um magnetische Wechselfelder mit einer Frequenz von 16 2/3 Hz handelt und sich daher vom gewöhnlichen Hausstrom mit einer Frequenz von 50 Hz (60 Hz USA) unterscheidet, sind die geforderten Richtwerte auf beide Frequenzen anzuwenden.


Vergleiche von Bahnstrom mit krebserregenden Lebensmitteln wie etwa saure Gurken, Kaffee oder Wein und Wurst, elektrischen Zahnbürsten oder hochfrequenten Mikrowellen und Handys hinken, da sich jeder selber entscheiden kann ob überhaupt und wie oft er diese Sachen benutzt oder zu sich nimmt. Beim Bahnstrom hat man nicht einmal die Möglichkeit das Fenster zu schliessen. Er wirkt 24 h am Tag (d.h. es geht um Räume in denen sich Kinder und Säuglinge nicht nur vorrübergehend aufhalten), 365 Tage im Jahr, über Jahrzehnte auf die betroffenen Anwohner ein. Bei einer Veranstaltung in Elzach zu Ausbau und Elektrifizierung der Elztalbahn wurden unter anderem zum Thema "elektromagnetische Verträglichkeit" Langzeitwerte bzw. 24-Std.-Mittelwerte an einer Bahnstrecke mit zwischen 0,2 - 0,3 Mikrotesla angegeben. Kurz darauf wurden Kurzzeitwerte von einer elektrischen Zahnbürste mit 75,0 Mikrotesla angegeben. Dies suggerierte jedem Besucher, dass die elektrische Zahnbürste schädlicher ist als Bahnstrom. Allerdings wurde nicht erwähnt, dass man sich erstens auch gegen eine elektrische Zahnbürste entscheiden kann, was beim Bahnstrom nicht möglich ist. Und zweitens eine elektrische Zahnbürste am Tag lediglich wenige Minuten in Gebrauch ist, im Vergleich zum Bahnstrom, welcher über Jahre und Jahrzehnte hinweg 24-Std. am Tag auf die Anwohner einwirkt. Auch wurde gesagt, dass "direkt bei einer Oberleitung nur 5 und im Umfeld von Bahnstrecken nur 0,16 Mikrotesla erreicht werden und das auch nur wenn ein Zug fährt". Allerdings werden direkt bei einer Oberleitung weit über 100 Mikrotesla erreicht, wenn ein Zug fährt. Und 0,16 Mikrotesla werden auch nicht pro Zug (65 Züge / 24 Std.) sondern -wenn dann- pro Minute (1440 Minuten / 24 Std.) erreicht, da es sich hier um einen 24-Std.-Mittelwert handelt.


weitere Emissionen / Immissionen


Lärm / Unzureichende und fehlerhafte Gutachten

An der elektrifizierten Münstertalbahn ist es zu einer steigenden Lärmbelastung bis 95 dB gekommen. Auch wegen der längeren nicht abkoppelbaren neuen Züge und wegen dem nur notdürftig ausgebauten Oberbau.

Die Grenzwerte liegen am Tag von 6 – 22 h bei 59 dB und in der Nacht von 22 – 6 h bei 49 dB. 10 dB mehr bedeutet eine Verdopplung der Lärmlast. Der RS1 hatte bis zu 80 dB. Auch bei Elektrozügen im Abstellmodus kommt es zu steigender Lärmbelastung durch laute Druckluftstöße, laufende Heiz- und Kühlaggregate, Transformatorenölpumpen und Bremstests. Schuld am gestiegenen Lärm an der Münstertalbahn sind die nicht zur Strecke passenden Züge mit ungeeigneten starren Drehgestellen anstatt mit hydraulischen Achslenkern.

Messungen bzw. die Messpunkte zu Lärm und Erschütterungen sollten an mehreren Stellen vorgenommen werden, da der Untergrund des Elztales unterschiedliche Bodenverhältnisse aufweist und die Trasse oft direkt an steilen Berghängen entlangführt mit gegenüberliegenden Wohngebieten. 

Verkehrslärm führt zu Schlafstörungen und kann somit zu Herz- und Kreislauferkrankungen, Übergewicht und Diabetes führen.


Erschütterungen / Unzureichende und fehlerhafte Gutachten

Bei der elektrifizierten Elztalbahn kann es laut DB zu einer steigenden Erschütterungsbelastung bis zu 25% kommen. An der bereits elektrifizierten Münstertalbahn kam es sogar zu bis zu 40% mehr Erschütterungen.

Besonders in Kurven und beim überfahren von Stahlbrücken aber auch durch Austausch von Holz- in Betonschwellen. Die alte RS1 Diesellok hat ein Gewicht von 40t. Die neuen Talent2 Elektrozüge haben ein Gewicht von 114t und sind dreiteilig. Auch wäre beim Dreiteiler die Fahrgastkapazität deutlich geringer. Und beim Vierteiler die Bahnsteiglänge von 140m zu kurz. Die DB möchte das Schienennetz als S-Bahn deklarieren, obwohl sich auf die Ausschreibung bis jetzt nur Regionalbahnen (SWEG- Bombadier und DB Regio-Alstom) beworben haben. Laut Gutachten sind aber beide Züge (sowohl Bombadier als auch Alsom) viel zu schwer für unseren nur mäßig ausgebauten Oberbau des Gleiskörpers mit einer zugelassenen Achslast von 22,4 t (siehe Hecht-Gutachten Berlin/B.I.M. Münstertalbahn). Die Abnutzung der Gleise und der Züge wäre zu hoch. Quitschen und Dröhnen wären die Folge. Auch durch Nachschleifen und dem Einbau von Schmieranlagen wären hohe Kosten die Folge. Zudem könnte es wegen der Lärmlast wieder zu Langsam-Fahrstrecken kommen und somit wäre der Halbstundentakt möglicherweise in Gefahr. Die Situation an der bereits elektrifizierten Münstertalbahn zeigt uns, dass es zu deutlichen Mehrbelastungen durch Bahnlärm gekommen ist. Die Folgen sind nun Lärmminderung durch Langsamfahren.

Laut DB sollen die Oberleitungsträger im Rammpfahlverfahren errichtet werden, was massive Erschütterungen zur Folge hat und somit mögliche Schäden an der Bausubstanz. "In Wohnbaubereichen wird weitgehend auf dieses Verfahren verzichtet und stattdessen die weniger lärm- und erschütterungsintensive Gründung durch Ortbetonfundamente oder Bohrrohrgründungen vorgenommen“ (DB-Netz AG).

Messungen bzw. die Messpunkte zu Lärm und Erschütterungen sollten an mehreren Stellen vorgenommen werden, da der Untergrund des Elztales unterschiedliche Bodenverhältnisse aufweist und die Trasse oft direkt an steilen Berghängen entlangführt mit gegenüberliegenden Wohngebieten. 


Luftschall

Bei der elektrifizierten Elztalbahn ist aufgrund der höheren Geschwindigkeit der Züge und der sehr nahen Bebauung zum Gleiskörper von einer steigenden sekundären Luftschallbelastung auszugehen.