Kosten + Nutzen Analyse


Prüfung bzw. Neubewertung Kosten + Nutzen Analyse / Kosten-explosion / Abstriche Halbstundentakt / Auslassen von Halte-stellen


Der Nutzen des Ausbaus und der Elektrifizierung ist lediglich ein erweiterter Halbstundentakt von Waldkirch über Kollnau, Gutach bis Bleibach, welcher allerdings jetzt schon fahrbar wäre. Niederwinden, Oberwinden und Elzach bekommen wohl keinen durchgängigen Halbstundentakt, sondern lediglich wenige Züge zu den Hauptverkehrszeiten. Und die auch nur bei Fahrbarkeit. Buchholz, Batzenhäusle und Waldkirch haben bereits einen durchgängigen Halbstundentakt.

Die Gesamtkosten für die Breisgau S Bahn sind von ursprünglich 190 auf mittlerweile weit über 330 Mio. Euro angestiegen. Denn die Kosten für Ausbau der Elztalbahn sind bei dieser Rechnung noch nicht enthalten. Auch die Planungskosten noch nicht. Somit gehen wir von schätzungsweise knapp 500 Mio. Euro aus. Eine halbe Milliarde.

Die Kosten für Ausbau und Elektrifizierung der Elztalbahn haben sich nach der ursprünglichen Grobkostenschätzung 2009 von 19 Mio. Euro (16,5) auf 40 Mio. Euro verdoppelt und bei der Vorplanung 2012 auf 66 Millionen Euro (53) mehr als verdreifacht. Dazu kommt, dass durch die fehler- und lückenhaften Planunterlagen die Planungskosten durch ständige Umplanungen (z.B. Kreuzungsbahnhof-Gutach) extrem angestiegen sind. Besonders aber im Gleisbau sind die Kosten extrem angestiegen. Wir gehen von weiteren Kostensteigerungen bis schätzungsweise 100 Mio. Euro aus. Generell ist die Elektrifizierung einer Nebenstrecke aus volkswirtschaftlichen Gründen schon nicht vertretbar und somit unwirtschaftlich.  Eine Elektrifizierung lohnt sich nur auf stark befahrenen Strecken. Eine Elektrifizierung wäre nach groben Schätzungen etwa 4 x teurer wie der Einsatz mit alternativer Antriebstechnik wie z.B. Batterie- oder Brennstoffzellenzügen. Auch würden sich die zeitaufwendigen 8-12 monatigen Umbauarbeiten ohne eine Elektrifizierung deutlich reduzieren.


Die Elztalbahn-BI fordert eine Neubewertung der Kosten-Nutzen-Analyse, da der Nutzen in keinem Verhältnis mehr zu diesen immensen Kosten steht. Die dem Planfeststellungsverfahren zugrundeliegenden Nutzen-Kosten-Verhältnisse sowohl für die Ausbaustufe 2018-neu (1,85) als auch für den Endausbau 2025 (1,25) sind mithin nicht mehr valide. Es muss hierbei von einem weiteren Absinken des Quotienten auf unter eins ausgegangen werden, (=>keine öffentliche Forderung mehr möglich) da es einerseits bereits jetzt schon zu Kostensteigerungen kam, andererseits der Nutzen aufgrund der aufgeführten Konsequenzen wie Streichung von Haltestellen, Reduzierung der Zugzahlen im Halbstundentakt etc. schwindet. Die Verantwortlichen sind eigentlich verpflichtet die öffentlichen Gelder - also die Steuergelder des Bürgers - zielgerichtet und sparsam einzusetzen.


Der Infrastrukturausbau durch Elektrifizierung, mit zweifelhaftem Nutzen aufgrund zweifelhafter Fahrbarkeit, einer kaum nenneswerten bzw. offensichtlich zweifelhaften Verbesserung von Zugverbindungen, steht in keinem Verhältnis mehr zu den sowieso schon explodierenden Kosten und zu diesem massiven Eingriff. Die Zweckmäßigkeit des Vorhabens ist somit nicht mehr gegeben. Ein Öffentliches Interesse somit auch nicht mehr.