Aktuell

 

Für den Ausbau der Elztalbahn und einen durchgängigen Halbstundentaktes bis Elzach und für den Einsatz von emissionsfreien, klimaneutralen Zügen ohne Oberleitung

Gegen eine kostenintensive Elektrifizierung mit risikobehafteter Fahrbarkeit und ohne erkennbaren Nutzen und gegen eine Elektrifizierung ohne vollständige Anwendung des Minimierungsgebots der Bundesregierung 


Offener Brief von IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und Elztalbahn-BI: Wie bei "Stuttgart 21" werden beim Bauvorhaben "Ausbau Elztalbahn 2018_neu" Kosten schöngerechnet, Risiken bzw. kritische Sachverhalte ausgeblendet oder schöngeredet, Sachverständigen-Gutachten ignoriert, Probleme der Fahrbarkeit geleugnet und das Zugmaterial nicht ausreichend berücksichtigt

 

Im Vorfeld möchten IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und Elztalbahn-BI darauf hinweisen, dass wir nur aufgrund der uns zur Verfügung gestellten Unterlagen gemäß des Informationsfreiheitsgesetzes Schlussfolgerungen ziehen können. Sollten uns, wie in der Vergangenheit bereits geschehen, angeforderte Unterlagen nicht zur Verfügung gestellt worden sein, kann es selbstverständlich zu unterschiedlichen Statements kommen. In diesem Fall sollten uns umgehend diese Unterlagen zur Verfügung gestellt werden!

Nach Ansicht der IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und der Elztalbahn-BI ist es unerlässlich die o.a. elementaren Punkte im Vorfeld sachlich und fachlich versiert zu klären um einen funktionierenden und zuverlässigen Halbstundentakt bis Elzach und für das gesamte Elztal sicherzustellen. Hierzu gehört eine über das vorliegende Gutachten hinausgehende Bewertung der Fahrbarkeit. Desweiteren die Berücksichtigung der Zuglänge in Bezug auf die Bahnsteiglänge aufgrund der zu berücksichtigenden Pufferzeiten bei Über- oder Unterbremsung.

Wir fordern, aufgrund einer zumindest risikobehafteten Betriebsqualität bzw. Fahrplanstabilität und somit Fahrbarkeit  aufgrund der prognostizierten Mehrverkehre auf der Rheintalbahn seit der Fahrbarkeitsprüfung 2013, dringend eine eingehende Prüfung des Realisierungskonzeptes.

Link: Zeitungsartikel in der BZ vom 04.06.2018 "Noch viele Fragen offen", Offener Brief der IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und der Elztalbahn-BI: https://www.badische-zeitung.de/gutach-im-breisgau/noch-viele-fragen-offen-x3x--153212112.html

Link: Zeitungsartikel in der BZ vom 04.07.2018 "Elztalbahn: Bau startet erst 2020" Antwort auf den Offenen Brief:  http://www.badische-zeitung.de/kreis-emmendingen/ausbau-der-elztalbahn-beginnt-fruehestens-im-maerz-2020--154249979.html

Link: Zeitungsartikel in der BZ vom 10.07.2018 "Projekt darf nicht scheitern" vom Bürgerbündnis-Elztalbahn-JETZT:  http://www.badische-zeitung.de/elzach/projekt-darf-nicht-scheitern--154449103.html

Link: Zeitungsartikel in der BZ vom 11.07.2018 "Verzögerung bei der Elztalbahn" vom ZRF: http://www.badische-zeitung.de/kreis-breisgau-hochschwarzwald/verzoegerung-bei-der-elztalbahn--154504457.html

Link: Leserbrief in der BZ vom 11.07.2018 "Das schlägt dem Fass den Boden aus": https://www.badische-zeitung.de/kreis-emmendingen/leserbriefe-x7jqkssqx--154497782.html

Stellungnahme der IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und der Elztalbahn-BI zum BZ-Artikel des Bürgerbündnis-Elztalbahn-JETZT ...hier in Kürze...

 

Liebe Elztäler, liebe Elztalbahnanwohner, liebe Elzacher,

geplant war ursprünglich bzw. angekündigt wurde ursprünglich die Einführung eines durchgängigen Halbstundentaktes bis Elzach durch Ausbau und Elektrifizierung der Elztalbahn. Der Elztalbahn-Bürgerinitiative und zahlreichen Elztalbahn-Anwohnern entsteht allerdings immer mehr der Eindruck als ginge es vielmehr um die Sanierung bzw. Elektrifizierung der Elztalbahn auf Staatskosten unter dem Deckmantel der Einführung eines "sogenannten" Halbstundentaktes. Lediglich von Waldkirch bis Bleibach wird der Halbstundentakt erweitert und bis Elzach nur zu Hauptzeiten an Werktagen. Und ob der bereits existierende Halbstundentakt bis Waldkirch bzw. die Bedienung aller Haltestellen für die gesamte Strecke, allein wegen den nunmehr nur noch 4 zusätzlichen Züge bis Elzach in den Hauptverkehrszeiten, überhaupt aufrechterhalten werden kann bzw. nicht zumindest gefährdet wird, ist ebenso fraglich (Kosten-Nutzen-Analyse 2009/hier wurden noch 12 zusätzliche Züge zugrundegelegt). Eine Optimierung sieht anders aus. Weiter ist geplant, bei verschiedenen Fahrten von Elzach nach Freiburg verschiedene Stationen zwischen Denzlingen und Freiburg mehrheitlich (2 der 3 Stationen Gundelfingen, Zähringen und Herdern) nicht zu bedienen. Dieses Beispiel verdeutlicht sogenannte Überlappungen der Züge der Elztalbahn mit Zügen auf der Rheintalbahn. Und somit zumindest eine risikobehaftete Fahrplanstabilität und Betriebsqualität mit einer Zunahme an Verspätungen und Zugausfällen und somit eine Verschlechterung der Zugverbindungen. Der zugrundeliegende Halbstundentakt bis Elzach wäre regelmäßig nicht fahrbar! Die BI begrüßt ausdrücklich die Einführung eines Halbstundentaktes, stellt aber die Machbarkeit bzw. Fahrbarkeit bezüglich der prognostizierten Mehrverkehre auf der Rheintalbahn und fehlender, nicht berücksichtigter oder zu kleiner Pufferzeiten (bezüglich zu kurzer Bahnsteige bzw. zu langer Züge und bezüglich Kreuzungsbahnhof Gutach und Denzlingen) deutlich in Frage. Ein Nutzen mit zweifelhafter Fahrbarkeit steht somit in keinerlei Verhältnis mehr zu den sowieso schon explodierenden Kosten.

Von einer kaum nenneswerten bzw. offensichtlich zweifelhaften Verbesserung von Zugverbindungen trotz enormer Kosten für eine Elektrifizierung ist für die BI somit die Zweckmäßigkeit des Vorhabens (Nutzen Halbstundentakt) nicht mehr gegeben. Aus diesem Grund haben IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und Elztalbahn-BI gemeinsam eine Petition beim Landtag eingereicht. Weit über 1.000 Personen mit einer unmittelbaren Betroffenheit von 80% haben die Petition unterstützt. Die Petition wurde vom Landtag angenommen. Gefordert wurde u.a. der Einsatz von Batterie-, Brennstoffzellen- oder Hybridzügen.

http://www.openpetition.de/!elztalbahn2020

Durch die unsachgemäße Verknüpfung von Halbstundentakt und Elektrifizierung wurden jedoch alternative Antriebe auf der Elztalbahn nie ernsthaft in Erwägung gezogen bzw. überhaupt geprüft. Da Strom im Gegensatz zum Diesel subventioniert wird, geht es vermutlich lediglich um 50%ige Kosteneinsparungen. Für die BI ist die Elektrifizierung einer Nebenstrecke wie der Elztalbahn aus volkswirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar. Auch aus Gründen des Klimaschutzes ist ein positiver Effekt eher gering. Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erklärte: „Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich...." Landesverkehrsminister Winfried Hermann sagt zur Elektrifizierung von nahezu 100% der Strecken in Baden-Württemberg der Schwäbischen Zeitung: "Bei einer Elektrifizierung gehe es nicht nur um Oberleitungen. Eine Alternative seien mit Batterie, Brennstoffzellen oder Hybrid betriebene Schienenfahrzeuge." Weiter sagt Verkehrsminister Winfried Hermann laut einer Pressemitteilung des Landesverkehrsministeriums: „Emissionsfreie Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb können eine umweltfreundliche Alternative zu den vorhandenen Dieseltriebzügen im Schienenverkehr sein. Wo der Bau einer Oberleitung zu teuer ist, müssen neue und klimaneutrale Technologien alternativ zum Einsatz kommen können". Mit Hybridzügen könnte man auf einen langwierigen Bau einer Oberleitung verzichten und damit einen gewaltigen Kostenfaktor eliminieren.

Unterdessen wäre z.B. der für eine elektrifizierte Elztalbahn vorgesehene Zugtyp Talent 3 von Bombardier auch als Batterietriebzug Talent 3 "BEMU" für teilelektrifizierte Strecken lieferbar. Der BI stellt sich hier die berechtigte Frage, ob diese Möglichkeit nicht sinnvoller wäre und sachlich überprüft werden sollte. Der "BEMU" würde sich zwischen Freiburg und Denzlingen (Rheintalbahn) an der Oberleitung aufladen und zwischen Denzlingen und Elzach (Elztalbahn) ohne Oberleitung und mit Batterie fahren. Eine kostenintensive Elektrifizierung durch Infrastrukturausbau mit Oberleitungen wäre somit nicht mehr notwendig und eine zeitintensive Umbauphase würde ebenfalls wegfallen. Zudem wären zahlreiche unangekündigte Grundstücksabtretungen für die von vielen Anwohnern stark kritisierte Elektrifizierung und erforderliche Minimierungsmaßnahmen (Elektrosmog) nichtig. Der "BEMU" wäre zeitlich früher einsatzbereit, kostengünstig, energieeffizient, emissionsfrei und somit umwelt- und klimafreundlicher. Klimawandelbedingte Oberleitungsschäden und Betriebsstörungen durch Kollisionen mit der Oberleitung an BÜ wären ausgeschlossen. Eine witterungsanfällige und wartungsintensive Oberleitungstechnik würde entfallen. Ein oberleitungsfreier Schienenverkehr würde zudem den oft verschwiegenen Stromtod von Mensch und Tier vermeiden. Auch in Bezug auf Feinstaub und CO2 wäre der Batteriezug im Gegensatz zu einer technisch veralteten Standard-Elektrifizierung zukunftsweisend, da immerhin noch 58% des Bahnstroms aus klimaschädlichen Atom- und Kohlekraftwerken stammt und somit von fossilen Energieträgern. Eine Abkehr somit nicht erkennbar. Eine stetige Optimierung des ÖPNV in Bezug auf den Klimaschutz bzw. den CO2-Ausstoss ist unserer Meinung nach durch eine Elektrifizierung eher zweifelhaft.

Das seit 2016 betriebene und vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt soll schon ab 2018/19 betriebsbereit sein. Eine elektrifizierte Elztalbahn hingegen wohl frühestens 2021. Eine Anpassung des Ausschreibungsnetzes der Elztalbahn für Batterie-, Brennstoffzellen- bzw. Hybridzüge hält die Elztalbahn-BI für zwingend erforderlich.

In Bezug auf nachhaltige Mobilität erwartet die Elztalbahn-Bürgerinitiative mehr als nur eine volkswirtschaftlich irrsinnige, technisch veraltete Standard-Elektrifizierung einer Nebenstrecke ohne nennenswerte bzw. zweifelhafte oder möglicherweise sogar garkeine Verbesserungen, sondern eine Verschlechterung von Zugverbindungen! 

Wir lassen uns nicht abhängen! Die Zukunft ist greifbar nah!

https://www.now-gmbh.de/content/1-aktuelles/1-presse/20170221-fachkonferenz-elektromobilitaet-vor-ort/1_14_vonmach_bemu.pdf

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/zugtechnik-ortenau-wird-pilotregion

 

Die Elztalbahn-BI fordert die im Zuge der Offenlegung am 14.02.2018 vom Regierungspräsidiums-Freiburg dem Vorhabenträger (DB Netz AG) auferlegte vollständige Einhaltung des Minimierungsgebots nach § 4 Abs. 2 der 26. BImSchV (26. BImSchVVwV) der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung vom 11.11.2015 (Drucksache 547/15) zur Durchführung der Verordnung über elektromagnetische Felder mit dazugehörigem Bundesrats-Beschluss vom 18.12.2015 für die gesamte Strecke.

Herr Günther Lohr von der DB ProjektBau der DB Netz AG macht beim Erörterungstermin vor Herrn Nikolaus Grünthal vom RP-Freiburg eine Zusage zu Minimierungsmaßnahmen in Batzenhäusle!