Aktuell

 

Für den Ausbau der Elztalbahn und die Einführung eines durchgängigen Halbstundentaktes und für den Einsatz von oberleitungslosen Triebzügen mit alternativem Antrieb

Gegen eine kostenintensive Elektrifizierung mit zweifel-haften Verbesserungen von Zugverbindungen und gegen eine Elektrifizierung ohne vollumfängliche Anwendung des Minimierungsgebots der deutschen Bundesregierung

 

Link: Offener Brief vom 12.05.2018

Wie bei „Stuttgart 21“ werden bei dem Bauvorhaben "Ausbau Elztalbahn 2018_neu" kritische Sachverhalte schöngeredet, Probleme zur Fahrbarkeit geleugnet und das Zugmaterial nicht ausreichend berücksichtigt. Es ist unserer Meinung nach unerlässlich diese elementaren Punkte im Vorfeld sachlich und fachlich versiert zu klären um einen funktionierenden und zuverlässigen Halbstundentakt für das Elztal sicherzustellen. Die IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und die Elztalbahn-BI fordern daher eine eingehende Prüfung des Realisierungskonzeptes.

 

Geplant war ursprünglich die Einführung eines Halbstundentaktes durch Ausbau und Elektrifizierung der Elztalbahn. Der Elztalbahn-Bürgerinitiative und zahlreichen Elztalbahn-Anwohnern entsteht allerdings immer mehr der Eindruck als ginge es hier vielmehr um eine Sanierung bzw. Elektrifizierung der Elztalbahn auf Staatskosten unter dem Deckmantel der Einführung eines "sogenannten" Halbstundentaktes. Von Waldkirch bis Bleibach wird der Halbstundentakt lediglich erweitert und bis Elzach nur zu Hauptzeiten an Werktagen. Und ob der bereits existierende Halbstundentakt bis Waldkirch bzw. die Bedienung aller Haltestellen für die gesamte Strecke, allein wegen vier zusätzlicher Züge bis Elzach in der Hauptverkehrszeit, überhaupt aufrechterhalten werden kann bzw. nicht zumindest gefährdet wird, ist ebenso fraglich. Die BI begrüßt ausdrücklich die Einführung eines Halbstundentaktes, stellt aber auch die Machbarkeit bzw. Fahrbarkeit bezüglich der prognostizierten Mehrverkehre auf der Rheintalbahn und fehlender bzw. nicht berücksichtigter Pufferzeiten deutlich in Frage. Weiter ist geplant, verschiedene Stationen zwischen Denzlingen und Freiburg zu den Hauptzeiten mehrheitlich nicht mehr zu bedienen (Kenntnisstand 18.09.17). Der Wegfall von Stationen wurde allerdings vom ZRF in Abrede gestellt. Dem stellen wir jedoch den Prüfbericht der Fahrbarkeitsprüfung des ZRF entgegen, wonach sogar von einem stündlichen Wegfall dieser Stationen gesprochen wird. Die BI erwartet signifikante Auswirkungen auf die Fahrbarkeit. Und somit eine Verringerung der Fahrplanstabilität und Betriebsqualität mit einer Zunahme an Verspätungen und Zugausfällen. Der zugrundeliegende Halbstundentakt bis Elzach wäre regelmäßig nicht fahrbar.

Von einer kaum nenneswerten bzw. offensichtlich zweifelhaften Verbesserung von Zugverbindungen trotz enormer Elektrifizierungskosten ist für die BI somit die Zweckmäßigkeit des Vorhabens nicht mehr gegeben. Aus diesem Grund haben IG-Kreuzungsbahnhof-Gutach und Elztalbahn-BI gemeinsam eine Petition beim Landtag eingereicht. Weit über 1.000 Personen mit einer unmittelbaren Betroffenheit von 80% haben die Petition unterstützt. Gefordert wurde u.a. der Einsatz von Batterie-, Brennstoffzellen- oder Hybridzügen.

http://www.openpetition.de/!elztalbahn2020

Durch die unsachgemäße Verknüpfung von Halbstundentakt und Elektrifizierung wurden jedoch alternative Antriebe auf der Elztalbahn nie ernsthaft in Erwägung gezogen bzw. überhaupt geprüft. Da Strom im Gegensatz zum Diesel subventioniert wird geht es vermutlich lediglich um 50%ige Kosteneinsparungen. Für die BI ist die Elektrifizierung einer Nebenstrecke wie der Elztalbahn aus volkswirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar. Auch aus Gründen des Klimaschutzes ist ein positiver Effekt eher gering. Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erklärt hierzu: „Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich...." Landesverkehrsminister Winfried Hermann sagt zur Elektrifizierung von nahezu 100% der Strecken in Baden-Württemberg der Schwäbischen Zeitung: "Bei einer Elektrifizierung gehe es nicht nur um Oberleitungen. Eine Alternative seien mit Batterie, Brennstoffzellen oder Hybrid betriebene Schienenfahrzeuge."

Unterdessen wäre z.B. der für eine elektrifizierte Elztalbahn vorgesehene Zugtyp Talent 3 von Bombardier auch als Batterietriebzug Talent 3 "BEMU" für teilelektrifizierte Strecken lieferbar. Der BI stellt sich hier die berechtigte Frage, ob diese Möglichkeit nicht sinnvoller wäre und sachlich überprüft werden sollte. Der "BEMU" würde sich zwischen Freiburg und Denzlingen (Rheintalbahn) an der Oberleitung aufladen und zwischen Denzlingen und Elzach (Elztalbahn) ohne Oberleitung und mit Batterie fahren. Eine kostenintensive Elektrifizierung durch Infrastrukturausbau mit Oberleitungen wäre somit nicht mehr notwendig und eine zeitintensive Umbauphase würde ebenfalls wegfallen. Zudem wären zahlreiche unangekündigte Grundstücksabtretungen für die von vielen Anwohnern stark kritisierte Elektrifizierung und erforderliche Minimierungsmaßnahmen (Elektrosmog) nichtig. Der "BEMU" wäre zeitlich früher einsatzbereit, kostengünstig, energieeffizient, emissionsfrei und somit umwelt- und klimafreundlicher. Klimawandelbedingte Oberleitungsschäden und Betriebsstörungen durch Kollisionen mit der Oberleitung an BÜ wären ausgeschlossen. Eine witterungsanfällige und wartungsintensive Oberleitungstechnik würde entfallen. Ein oberleitungsfreier Schienenverkehr würde zudem den oft verschwiegenen Stromtod von Mensch und Tier vermeiden. Auch in Bezug auf Feinstaub und CO2 wäre der Batteriezug im Gegensatz zu einer technisch veralteten Standard-Elektrifizierung zukunftsweisend, da immerhin noch 58% des Bahnstroms aus klimaschädlichen Atom- und Kohlekraftwerken stammt und somit von fossilen Energieträgern. Eine Abkehr somit nicht erkennbar. Eine stetige Optimierung des ÖPNV in Bezug auf den Klimaschutz bzw. den CO2-Ausstoss ist unserer Meinung nach durch eine Elektrifizierung eher zweifelhaft.

Das seit 2016 betriebene und vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt soll schon ab 2018/19 betriebsbereit sein. Eine elektrifizierte Elztalbahn hingegen wohl frühestens 2021. Eine Anpassung des Ausschreibungsnetzes der Elztalbahn für Batterie-, Brennstoffzellen- bzw. Hybridzüge hält die Elztalbahn-BI für zwingend erforderlich.

In Bezug auf nachhaltige Mobilität erwartet die Elztalbahn-Bürgerinitiative von "Grüner Politik" in Baden-Württemberg mehr als nur eine volkswirtschaftlich irrsinnige, technisch veraltete Standard Elektrifizierung ohne nennenswerte bzw. zweifelhafte oder möglicherweise gar keine Verbesserungen von Zugverbindungen! 

Wir lassen uns nicht abhängen! Die Zukunft ist greifbar!

https://www.now-gmbh.de/content/1-aktuelles/1-presse/20170221-fachkonferenz-elektromobilitaet-vor-ort/1_14_vonmach_bemu.pdf 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/erster-wasserstoff-zug-hessens-gestartet-15540616.html

 

Die Elztalbahn-BI fordert die im Zuge der Offenlegung am 14.02.2018 vom Regierungspräsidiums-Freiburg dem Vorhabenträger (DB Netz AG) auferlegte vollständige Einhaltung des Minimierungsgebots nach § 4 Abs. 2 der 26. BImSchV (26. BImSchVVwV) der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung vom 11.11.2015 (Drucksache 547/15) zur Durchführung der Verordnung über elektromagnetische Felder mit dazugehörigem Bundesrats-Beschluss vom 18.12.2015 für die gesamte Strecke.

Herr Günther Lohr von der DB ProjektBau der DB Netz AG macht beim Erörterungstermin vor Herrn Nikolaus Grünthal vom RP-Freiburg Zusage zu Minimierungsmaßnahmen in Batzenhäusle!